Paris BarParis Bar

»Man muss die Berliner PARIS BAR nicht unbedingt kennen, um sich zu wünschen, dort zu sein.«

Eine Bar war eine Bar. Jedoch war die PARIS BAR immer ganz genau das, was alle wollten, aber ausgesprochen selten zu finden war. Geschäftige Businesslounge über Mittag, dämmriges Kaffeehaus an langen Nachmittagen, Anlegeplatz für den ersten Schluck Wein zur blauen Stunde, weiß eingedecktes Abendrestaurant und Weltbühne für die großen und kleinen Inszenierungen der späten und der ganz frühen Stunden des Tages. Sie war eben einer dieser Orte, die dem Leben Glanz verliehen und gleichzeitig Geborgenheit schenkten, die einem das Gefühl gaben, der Mittelpunkt der Welt zu sein, und gleichzeitig die Gelegenheit, diese Welt distanziert und amüsiert zu beobachten.

Man hatte die PARIS BAR Wohnzimmer der Prominenten genannt, Kultstätte für eine eingeschworene Gemeinde, Hauptquartier der Künstler und Debattierclub für Weltverbesserer. Und schließlich wurde sie zu einer Berliner Institution erklärt. Sie wurde von ihren Gästen besungen, beschrieben, beschimpft, besudelt, gemalt und am Ende auch schon mehrfach totgesagt. Nach vielen Jahrzehnten war sie immer noch da. Aber was die PARIS BAR nun wirklich war, blieb ein Mysterium. Und das konnte nicht erklärt, sondern nur erlebt werden.

Dieses Erleben begann damit, dass man nie wusste, wie es werden würde, wenn einen die Sehnsucht in die Kantstraße 152 trieb. Wer außer einem selbst würde wohl noch kommen, wer war schon da? War man zu früh dran oder schon zu spät? Und wie würde die Stimmung sein? Verlässlich dagegen leuchtete die rote Neonschrift über dem Eingang. Sie war die leicht anzüglich wirkende Verheißung, dazugehören und hier unsere Einsamkeit loswerden zu können: dass das tatsächlich möglich sei, war die große Erzählung der PARIS BAR.

Das Projekt »PARIS BAR – A PHOTOGRAPHIC GUESTBOOK« zeigte fotografische Porträts der Stammgäste und zeichnete in Interviews mit ihnen nach, wie sie das Mysterium der PARIS BAR in den vergangenen Jahrzehnten erlebt hatten.

Petrov Ahner (Porträts/Fotografie) | Manfred Carpentier (Idee/Konzept) | Ina Weisse (Interviews/Texte)

“You don’t necessarily have to know Berlin’s PARIS BAR to wish you were there.”

A bar was a bar. Yet the PARIS BAR was always precisely what everyone wanted but so rarely found. A busy business lounge at lunchtime, a dimly lit coffee house on long afternoons, a mooring for the first glass of wine at the blue hour, a restaurant with white tablecloths in the evening, and a world stage for the grand and modest performances of the late and very early hours. It was one of those places that lent life a touch of glamour while offering a sense of belonging, that made you feel you were at the centre of the world while allowing you to observe that world with amusement and detachment.

The PARIS BAR had been called the celebrities’ living room, a place of worship for a devoted community, the artists’ headquarters and a debating club for those who wanted to improve the world. Eventually it was declared a Berlin institution. Its guests sang about it, wrote about it, cursed it, dirtied it, painted it and, more than once, pronounced it dead. After many decades, it was still there. But what the PARIS BAR really was remained a mystery. It could only be experienced, never explained.

The experience began with never knowing how things would turn out when longing drew you to Kantstraße 152. Who else would come, who was already there? Were you too early, or already too late? And what would the mood be? The red neon lettering above the entrance, by contrast, shone reliably. It was a faintly suggestive promise of belonging and of leaving our loneliness behind: that this was actually possible was the PARIS BAR’s great story.

The project “PARIS BAR – A PHOTOGRAPHIC GUESTBOOK” presented photographic portraits of regular guests and traced, through interviews, how they had experienced the mystery of the PARIS BAR over the preceding decades.

Petrov Ahner (portraits/photography) | Manfred Carpentier (idea/concept) | Ina Weisse (interviews/texts)